Alle gegen SOPA

Protest gegen den Stop Online Piracy Act - und mögliche Auswirkungen in Europa


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Kennen Sie SOPA? Wenn nicht, dann sind Sie nicht allein. Auch die europäische Politik, die SOPA nun wirklich kennen sollte, hält sich bedeckt. DIe Abkürzung steht für: Stop Online Piracy Act und dahinter steckt ein Gesetzesvorhaben in den USA, das Internetpiraterie unterbinden soll. Und zumindest dort sorgt SOPA derzeit für große Aufregung. Wird das Gesetz – wie geplant – in den nächsten Wochen beschlossen, könnte das den freien Fluss von Informationen erheblich beeinträchtigen. Kritiker sprechen gar von Zensur, von einer Knebelung des Internets. Dabei soll mit SOPA eigentlich nur schon geltendes Recht durchgesetzt, sprich: Urheberrechtsverletzungen unterbunden werden.

Gerüchten zufolge wollen selbst Internetriesen wie Google und Co bis dahin ein Zeichen setzen und ihre Seiten aus Protest gegen SOPA zeitweilig selbst blockieren – was aber eine neue Frage aufwirft: Ist Internet, und wenn auch nur für ein paar Stunden, ohne die Großen darin überhaupt denkbar?

Ob es so weit kommt, wird sich zeigen. Klar ist jetzt schon: am kommenden Mittwoch, wenn auch Experten noch mal angehört werden zum Gesetzesentwurf, wird reddit, ein beliebter Social News-Aggregator, den angeblich knapp fünf Prozent aller Amerikaner nutzen sollen, für zwölf Stunden den Betrieb einstellen.

Nach einer Einführung von Thielko Grieß sprachen wir mit Thomas Hoeren, er ist Professor für Rechtswissenschaften an der Uni Münster. Und wir haben ihn gefragt, wie er diese Auseinandersetzung um SOPA einschätzt. Vor allem angesichts der Tatsache, dass evt. auch Unternehmen, die bisher nur Infrastruktur angeboten haben, für die SOPA-Gegner Position beziehen und sich wie Demonstranten gerieren. Und wie könnte sich außerdem SOPA bis nach Europa auswirken?

Im Anschluss an das Gespräch blickt Matthias Finger auf die bisherigen Netzproteste: Bei Wikipedia hat sich eine SOPA-Initiative gegründet, die mögliche Protestformen diskutiert, einige Webdienste wollen aus Protest sogar temporär ihren Betrieb einstellen und natürlich gibt es auch längst Protestgruppen bei Facebook. Die “Stop Internet Censorship by Protesting SOPA” Gruppe hat derzeit knapp 12 Tausend Mitglieder.

Bild:Mataparda @ flickr – CC-BY

Kommentare

    […] Sendung Breitband auf Deutschlandradio Kultur hat heute über “Alle gegen SOPA – Protest gegen den Stop Online Piracy Act – und mögliche Auswirkungen …” berichtet und dazu Thomas Hoeren interviewt. Nach einer Einführung von Thielko Grieß […]

    […] nach. So gab’s heute z.B. bei Deutschlandradio Kultur in der Sendung „Breitband“ einen Beitrag zum Thema. […]

    […] der Breitband-Sendung Alle gegen SOPA geht es um die Proteste gegen den Stop Online Piracy Act und die Auswirkungen auf Europa. Prof. […]

    […] Sendung Breitband hat Prof.Dr. Thomas Hoeren von der Uni Münster zu SOPA und den möglichen Auswirkungen für Europa […]

    […] denke Sachen wie SOPA sollte man sehr genau beobachten. Einen Podcast dazu kann man hier […]

    […] D-Radio Sendung »Breitband« hat den Medienrechtler Thomas Hoeren dazu befragt […]

    […] dradio kultur zu sopa #1, #2, […]

    […] interessanten Beitrag zu SOPA gibt es auch beim DRadio. 16 Jan 2012 POSTED BY Sven POSTED IN Internetz DISCUSSION 0 Comments […]

    […] Die D-Radio Sendung »Breitband« hat den Medienrechtler Thomas Hoeren dazu befragt (MP3) und über die angelaufenen Proteste berichtet (MP3). […]

    […] Deutschlandfunk: Breitband: Alle gegen SOPA […]

    […] Erst betrachtet Thielko Grieß die verschiedenen EU-Projekte und Initiativen, dann befragen wir die EU-Justizkommissarin Viviane Reding höchstselbst zu den Motiven hinter den Datenschutzinitativen und ihrer Vermittlung zwischen Rechten den Contentindustrie und den Interessen der User. Im Anschluss lauschen wir einer Einschätzung von Prof. Thomas Hoeren, der uns bereits vor zwei Wochen zum Thema SOPA beehrte. […]

    […] Netzgemeinde. Im Zusammenhang mit SOPA haben wir beobachtet, dass es ganz neue Internetallianzen gegeben hat im Kampf für ein freies Netz. Ob dies von Dauer sein wird, habe ich Wikipedia-Gründer Jimmy […]

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