• 4. Juni 2010 00:06
  • Besprechung, Netzpolitik, Off-Air, Sendung vom 05.06.2010

Machen Meme Politik?

Oder: Der Kampf der Meme um unsere Aufmerksamkeit


Wer hätte gedacht, dass das Internet ein so gutes Gedächtnis hat, so penibel ist und so renitent? Nicht nur Horst Köhler machte letztlich die Rückkopplung, Selbstverstärkung, Aufschaukelung und Resonanz der Netzkommunikation zu schaffen. Auch, als Ursula von der Leyen als Nachfolgerin Köhlers ins Gespräch gebracht wurde, machte die Netzgemeinde schnell deutlich: es ist nichts vergessen. Der Name „Zensursula“ (ein Mem) war prompt wieder präsent, Twitter, Facebook und Co. wieder so voll davon, dass es auch die anderen Medien erreicht hat.
Ursula von der Leyen wird nun nicht Bundespräsidentin – doch ist das wirklich ursächlich aufs Internet zurückzuführen, auf das Mem „Zensursula“, das sich rasend schnell verbreitete? Wieso ging das überhaupt so schnell? Wann, wie und warum schaffen Meme, die im Internet kursieren, den Sprung in die Mainstreammedien? Und welche Meme schaffen es überhaupt? (Schließlich ist die Forderung nach einem Rücktritt Guido Westerwelles bislang ohne Reaktionen verhallt.)
Darüber reden wir mit dem Publizisten Christian Heller, der uns erst mal erklärt, was ein Mem überhaupt ist. Nach der Theorie von Richard Dawkins sind Meme grundlegende Informationseinheiten, die nichts anderes im Kopf haben und in die Köpfe der von ihnen Befallenen bringen, als sich gleichfalls zu reproduzieren und zu verbreiten. Aha. Aber wie funktioniert´s genau?

Foto: flickr.com, CC von alles-schlumpf