• 29. August 2008 18:08
  • Off-Air, Sendung vom 30.08.2008
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Juristische und künstlerische Neuverhandlungen des Urheberrechts


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Mit dem  “Gesetz zur Verbesserung der Durchsetzung von Rechten des geistigen Eigentums” wird am 1. September die entsprechende EU-Durchsetzungsrichtlinie in deutsches Recht umgesetzt.  Das Gesetz regelt unter anderem den Auskunftsanspruch für Rechteinhaber gegenüber Internet-Service-Providern. Außerdem werden die Abmahngebühren, die von Rechteinhabern und ihren Anwälten von Urheberrechtsverletzern verlangt werden können, “in einfach gelagerten Fällen mit einer nur unerheblichen Rechtsverletzung außerhalb des geschäftlichen Verkehrs” auf 100 Euro begrenzt. Was dies für den privaten Download bedeutet, erklärt Stefan Römermann im Deutschlandfunk (mp3).
Dass die Thematik des geistigen Eigentums nicht nur Juristen betrifft zeigt auch die diesjährige Ausgabe des Linzer Festivals für Kunst und Technologie, Ars Electronica:
“Es ist dringend notwendig, den Bereich des Urheberrechts, des Copyrights und der Patente neu zu ordnen, denn die dafür gültigen gesetzlichen Grundlagen stammen aus dem vergangenen Jahrhundert”, sagte Gerfried Stocker, künstlerischer Direktor der Ars Electronica, bei der Präsentation des diesjährigen Festivalprogramms.
Auf dem Linzer Pfarrplatz und Hauptplatz werden etwa im Rahmen der Aktion Take Away (Data to go) Infopakete in Terabyte-Größe verteilt, die “legal” aus dem Internet geladen wurden. “Damit wollen wir aufzeigen, wie umfassend das frei zugängliche Wissen im Netz eigentlich ist”, sagte Ars-Produktionsleiter Martin Honzik.

Der Schweizer Künstler Yan Marussich widmet sich in seiner Performance “Bleu Remix einer der letzten Bastionen des “Urheberrechts”  – dem Stoffwechselprozess. Eine Stunde lang verharrt der Künstler dabei völlig regungslos in sitzender Position, während aus seinem Mund, seiner Nase und seinen Hautporen eine blaue Flüssigkeit austritt. “Blue Remix” erhiet eine Distinction in der Kategorie Hybrid Art.

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