• 27. November 2010 16:11
  • Netzpolitik, Sendung vom 27.11.2010, Topic
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Gebündelte Überwachungskraft

Das EU-Forschungsprojekt INDECT automatisiert und vernetzt Überwachungsinstrumente


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Großbritannien ist das Land mit den meisten Überwachungskameras pro Einwohner weltweit, dennoch ist es nicht das Land mit der niedrigsten Verbrechensrate oder dem höchsten Prozentsatz an aufgeklärten Verbrechen. Nur drei Prozent der Verbrechen würden mithilfe von Kameras gelöst, sagte ein Scotland Yard – Vertreter im Mai 2008 . Der Grund: Es gäbe zu viele Bilder, zu wenig Personal und zu wenig Schulung, wie man die Bilder auswerten soll.

Hier könnte doch die Technik helfen, dachten sich polnische Wissenschaftler und starteten vergangenes Jahr das Forschungsprojekt INDECT (zu Deutsch in etwa: „Intelligentes Informationssystem zur Unterstützung von Überwachung, Suche und Entdeckung für die Sicherheit von Bürgern in städtischer Umgebung“), das eine automatisierte Überwachungsinfrastruktur entwickelt um Gefahren zu erkennen und zu verbannen.

Die Polizei-Cloud, gefüttert mit allen Datenberge aus Überwachungskameras und einer eine Vielzal anderer Datenquellen wie Internet-Verbindungen oder Handy-Standorten, betrieben von künstlicher Intelligenz ist jedoch ein Szenario, das dem düsteren Science-Fiction-Film „Minority Report“ um wenig nachsteht.

INDECT wird von der EU mit fast 11 Millionen Euro gefördert und hat wegen seiner allumfassenden Bürgerrechtsbewegungen und den Europäischen Datenschutzbeauftragten alarmiert. Die Ergebnisse werden zum Teil geheim gehalten, die offenbar aus PR-Gründen eingesetzte Ethik-Abteilung bestand bis vor kurzem nur aus Polizisten.

Wie funktioniert, was will INDECT und verstößt eine digitale Vernetzung aller Polizei-Erkenntnisse gegen Datenschutz und Privatsphäre? Sonja Bettel hat die verfügbaren Quellen zum Überwachungs-Forschungsprojekt zusammengetragen – und Kollege Philip Banse mit dem INDECT-Kenner Dr. Ian Brown, vom Internet Insitute der University of Oxford gesprochen.

Bild:  geleaktes, internes INDECT-Demonstrationsvideo, http://en.wikinews.org/wiki/File:INDECT-400px.ogv

Kommentare

    Hallo liebes Breitband-Team,

    vielen Dank für diesen guten Beitrag zum Thema INDECT!
    Weitere Informationen sind auf der (sich derzeit im Aufbau befindlichen) Website

    http://www.stopp-indect.info

    erhältlich.

    Viele Grüße,
    Roland Albert
    _________________________________
    INDECT Koordinator
    Piratenpartei Deutschland

    INDECT Coordinator
    Pirate Party Germany

    e: roland (dot) albert (at) piratenpartei (dot) de
    t: twitter.com/stoppINDECT

    http://www.stopp-indect.info
    _________________________________

    […] auch sonst sehr hervorragende Sendung “Breitband” vom DeutschlandRadio Kultur berichtet in ihrer heutigen Ausgabe ausführlich über das EU-Forschungsprojekt […]

    […] Hör-Beitrag zum Ü-Ei Thema Überwachung und den Interessen, die möglicherweise dahinter wirken: hier. Weiter bleibt somit auch das Thema Überwachung und Gesetze spannend. Warum sich Gesellschaften […]

    […] worden. Der INDECT-Koordinator Roland Albert hatte zudem die Möglichkeit, den Radiosendungen breitband sowie Radio Rabotz Interviews zum Thema zu geben. Ein weiteres kleines Highlight stellt der von der […]

    […] Wo wird bereits überwacht und welche Methoden stehen unserer globalisierten und vernetzten Gesellschaft womöglich noch bevor? Welches Ausmaß an Überwachung kann eine demokratische Gesellschaft überhaupt verkraften und was und wem bringt all das etwas? Darüber sprechen wir u.a. mit Ginger McCall von der US-Bürgerrechtsorganisation EPIC, die sich mit dem nach Science Fiction klingenden FAST-Projekt des Ministeriums für Innere Sicherheit der Vereinigten Staaten beschäftigt. Die “Future Attribute Screening Technology” soll mit einer Kombination aus spezieller Sensorik kriminelles Verhalten vorhersagen und erinnert damit an das EU-Forschungsprogramm Indect. […]

    […] die Überwachungskonzepte der Zukunft aus? Unser Autor Thomas Reintjes berichtet u.a. über das INDECT-Projekt der EU und das FAST-Projekt des US-amerikanischen Heimatschutzministriums, das mit einer […]

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