• 27. August 2008 16:08
  • Off-Air, Sendung vom 30.08.2008
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IFA und collective action


Man kann die Internationale Funkausstellung ja auch zum Anlass nehmen, um über so Abwegiges wie kollektives Handeln nachzudenken. Denn bei genauem Hinsehen spiegelt die Messe einen tiefgreifenden Wandel wider:  von herkömmlicher Unterhaltungselektronik, die uns individuellen, passiven Konsum bietet, und den Gadgets, die aktive Partizipation ermöglichen und neue soziale Gruppen konstituieren. Im übertragenen Sinne repräsentiert der Flachbildfernseher ein anderes Gesellschaftsbild als das Web2.0-Handy …
Kollaborative Technik bringt Menschen dazu, sich ohne Einbindung in Organisationen und Institutionen zusammen zu finden und zu koordinieren. Das massenmediale “Publikum” könnte sich damit zu einer selbstorganisierten Sphäre verwandeln, die zu kollektivem Handeln in globalem Maßstab fähig ist. Wir haben in der Sendung  bereits über neue Formen der Protestkultur berichtet. Ein schönes Beispiel ist die ukrainische Version des “Eis-Essens für Demokratie”.
Dieses Prinzip der “Organisation ohne Institutionen” mithilfe des webgestützten kollektiven Handelns ist eine These des Netztheoretikers und MedienprofessorsRede “Gin, Television, and Social Surplus” ( Dieser Titel wäre doch wirklich einmal ein originelleres Motto für die etwas verstaubte IFA…)
Um am Ende dieser Assoziationen auch die historische deutsche Kulturtheorie zu bemühen:
“Revolutionen sind Innervationen des Kollektivs: genauer Innervationsversuche des neuen, geschichtlich erstmaligen Kollektivs, das in der zweiten Technik seine Organe hat…”
End-Sommer-Preisfage: Von wem ist es, und aus welchem Zusammenhang wurde es gerissen?

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