• 5. Oktober 2013 11:10
  • Besprechung, Sendung vom 05.10.2013
  • 3 Kommentare

Lust auf Folterspiele?

Die umstrittenste Szene im neuen Grand Theft Auto


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In Grand-Theft-Auto V gelangt der Spieler nach vielen Stunden in eine Szene, die besonderes verlangt: Ein Mensch soll gefoltert werden. Um die zehn Minuten dauert die Szene, und man kommt nicht an ihr vorbei.

Das ist ekelerregend und unspielbar schimpfen die einen, andere erkennen daran, dass GTA schlicht eine brutales Actionspiel ist, das die Gesellschaftskritik als eine Art Feigenblatt vor sich her trägt. Mathias Heider von der Uni Bayreuth sieht die Szene noch anders: Als „Gesellschafts- und Regierungskritik par excellence“.

Wir wollen dieses Diskussion mit dem Kultur- und Medienwissenschaftler Christian Huberts einordnen.

Bild: Screenshot aus der Folterszene bei GTA-V.

Kommentare

    Erschreckend finde ich weniger das Spiel als die Tatsache, dass das Spiel Einzug in die Kinderzimmer gefunden hat. Die Werbemaschinerie in Berlin ist grenzüberschreitend und provokant. Berlins öffentliche Plätze, U- und S-Bahnhöfe sind übersät mit übergroßen Bildern eines Spiels, über dessen Inhalt sich die Erwachsenen nicht mal einig sind. Ein Produkt, dessen Erwerb ein Mindesalter von 18 Jahren vorschreibt, sollte nicht derart in der Öffentlichkeit als quasi akzeptiert angepriesen werden. Schlimm genug, dass der Gesetzgeber Werbung von Alkohol und Tabak nicht einschränkt, jetzt scheint Berlin in finanzieller Not auch nicht davor zurückzuschrecken, u.a. eigene Bahnhöfe, wie bspw. Friedrichstraße S1/2, komplett mit Werbung für dieses PC Spiel zu verkleiden. Ein Skandal, der sich in meiner Arbeitswelt zeigt, wie weit das Spiel bei Kindern und Jugendlichen verbreitet ist. Das Spiel trägt zur Aufrechterhaltung der Geschlechterunterschiede bei und ist bei der Problembewältigung manchen Problems ein attraktives Modell. Erschreckend!

    Erfrischend Abwechslung zur sonst relativ einseitig geführten Diskussion. Die Sache mit der „nichtsspielenden Bevölkerung“ sehe ich auch so. Eine Diskussion geführt von Leuten die den zu diskutierenden Gegenstand nur aus Erzählungen oder Ausschnitten kennen, kann zu keiner Lösung führen.

    Vielen Dank für’s Zitieren

    Nicht ohne Grund ist das Spiel ab 18 Jahren. Wenn Eltern ihren Kindern GTA trotzdem kaufen, dann sind die Eltern schuld. Volljährige sollten mit der Szene klar kommen. Grundsätzlich geht es im Spiel von Anfang bis Ende immer darum irgendwelche Leute umzubringen. Die Folterszene ist also nur ein kleiner Teil hiervon.

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