• 4. Januar 2013 14:01
  • Breitband², Sendung vom 06.01.2013
  • 7 Kommentare

Druck machen!

Steht der 3D-Print vor dem Durchbruch zum Massenphänomen?


Popup | MP3-Download | Player einbinden

Diese Woche schauen wir intensiv auf ein Phänomen, von dem wir vor Jahren erstmals berichteten – und das 2013 womöglich den Durchbruch schafft: der 3-D-Drucker.  Anfang 2010 hat uns noch die computergesteuerte Heißklebepistole, die Open-Source-Fabrik im Wohnzimmer an sich fasziniert. Ein Jahr später fragte sich Autor Thomas Reintjes, wie diese „Rapid Manufacturing“-Technologien die Art und Weise wie wir Dinge herstellen grundsätzlich verändern könnten.

Noch ein Jahr später ging es dann schon ans Kleingedruckte: Was bedeutet es eigentlich für das geistige Eigentum, wenn jeder alles einfach nachdrucken kann?

Kurz darauf, im Sommer 2012 stand das 3D-Drucken für den Hausgebrauch an der Spitze des Gartner Hype-Cycle für neue Technologien: Eine fragwürdige Ehre, bedeutet sie doch, dass an dieser Stelle das Zenit der aufgeblasenen Erwartungen erreicht war (so die Cycle-These). Von dort aus kann man nur noch fallen: in das Loch der Desillusionierung.

Desillusioniert hat uns die – ebenfalls aus dem Hype-Cycle ersichtliche – Aussicht, die Technik würde noch fünf bis zehn Jahre brauchen, bis sie für den Massenmarkt taugt. Sicher? Ist die Entwicklung dafür nicht viel zu rasant voran geschritten, während die Preise für die Technologie immens gesunken sind?

Angekommen im unbefleckten 2013 fragen wir deshalb: Steht das 3D-Drucken vor dem Durchbruch als Massenphänomen? Was ist heute schon möglich, wo liegen (noch) die Grenzen des dreidimensionalen Prints? Darf man von allem eine „Privatkopie“ machen? Und was ist mit der Diskussion um die selbst gedruckte Waffe?

Darüber sprechen wir mit Marlene Vogel. Die Physikerin an der Freien Universität Berlin hat die deutsche 3D-Community-Plattform www.trinckle.com gegründet.

Philip Steffan ist Baustler, Redakteur bei Heise Hardware Hacks und twittert unter @philipsteffan. Er wird auch den Makerbot Replicator 1 mit ins Studio bringen – der dann live einen Mitschnitt der Sendung druckt. Oder so.

 

Weiterführende Links:

 

Selber drucken

Liste aller 3D-Drucker

Kostenpflichtiger c’t-Artikel “7 3D-Drucker im Vergleich

Shoppinghilfe: 3D-Drucker im Vergleich

MakerBot, Ursuppe des Open-Source-3D-Drucks

Ebenfalls open source: Der Ultimaker

Zum Beispiel hier gibt es 3D-Modelle:

 

Und hier Designtipps:

http://wiki.ultimaker.com/3D_design_tips

 

FabLabs in Deutschland:

http://3druck.com/fablabs-liste/

 

Neuigkeiten und Geschichte

Eine Grafik, die das 3D-Drucken und die Zukunft der Manufaktur wunderbar zusammen fasst:

http://venturebeat.files.wordpress.com/2012/12/the_future_of_manufacturing_sculpteo_3d-printing.jpeg

 

News rund ums dreidimensionale Drucken gibt es beim Magazin für 3D Drucktechnologien:

http://3druck.com/

ebenso die Geschichte der 3D-Drucktechnologie:

http://3druck.com/grundkurs-3d-drucker/teil-1-entwicklung-und-geschichte-der-3d-drucktechnologie-342079/

 

Business

Die Kickstarter-Kampagne von formlabs für „Form1“, einen professionellen und trotzdem bezahlbaren 3D-Drucker:

http://www.kickstarter.com/projects/formlabs/form-1-an-affordable-professional-3d-printer

 

Und ein heise-Artikel zum daraus resultierenden Patentstreit:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Kickstarter-wegen-Patentverletzung-verklagt-1755001.html

 

Ein Zeit-Artikel zu Geschäftsmodellen für 3D-Druck:

http://www.zeit.de/digital/internet/2012-09/3d-drucker-geschaeftsmodelle/komplettansicht

 

Anderes

Warum nicht mal Fleisch und Leder drucken:

http://modernmeadow.com/

 

Die Diskussion um Waffen aus 3D-Druckern:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Sorge-vor-Waffen-aus-3D-Druckern-waechst-1765479.html

http://www.heise.de/tp/artikel/38/38145/1.html

http://www.golem.de/news/3d-druck-thingiverse-entfernt-waffenmodelle-1212-96496.html

 

Foto: Moritz Metz

Kommentare

    […] heute: 11:00 Quasselstrippen (info) 11:00 DRadio Wissen Online Talk (info) 14:00 Breitband (info) 14:00 Raidenger (info) 18:00 trackback (info) 19:00 Hackerfunk (info) 20:00 Wir müssen […]

    geschlossene Hohlräume können doch mit dem Plastikpulver nicht hergestellt werden, oder ?
    Denn sonst würde man ja das restliche Pulver nicht herausbekommen.

    Hallo, was ich so ein bischen beknackt finde, ist diese bisher 45minütige Hochjubelei über diese Technik. Warum keine kritischen Gedanken dazu? Hier nur einer: Könnte doch auch sein, daß demnächst tonnenweise Plastikmüll anfällt, weil jeder Hirni irgendein Ersatzteil druckt, daß dann doch beim zweiten Einsatz zerbricht. Wenn man mal vom Höhenflug runterkommt, sollten doch da auch ein paar kritikwürdige Gedanken Einzug halten.

    Odre was ist mit copyright, daß wird doch nicht anders laufen als bei mp3 und filmsharing….

    Gruß
    Tom

    hier mal ein kleiner Text zum Thema Urheberrecht und 3D am aktuelle besonders interessanten bsp. der Waffenteile. Für mich sind die beitrage eben in der Sendung zum Thema Urheberrecht recht naiv an. Als jemand der selbst aus der Musikindustrie kommt hört sich das für mich an wie die Kommentare vor 10 bei uns als alle noch Optimistisch waren. Wir haben da einfach jetzt 10 Jahre lehre Versprechungen hinter uns, die Filmleute erst 5 und die schreibende Zunft fängt gerade erst an zu spüren was kommt. Wir alle sind aber nur ne winz kleinen Minderheit. Mit 3D werden die Probleme aber irgendwann mal alle betreffen.

    Die Urheberrechtsdebatte in all ihren bisherigen Formen war schon immer in Wahrheit eine Frage der Rechtshoheit des Staates im Netz. Rechtshoheit im Sinne von tatsächlich durchgesetzten Gesetzen deren weitgehende Einhaltung vom Staat auch wirklich garantiert werden kann.

    De facto ist das Netz ein rechtsfreier Raum den zu einem funktionierenden Recht gehört mehr als nur der Beschluss eines Gesetzes. Gesetze in einer Demokratie sind Übereinkünfte zwischen Bürgern (moderiert durch Volksvertreter) über deren Einhaltung der Staat im Auftrag dieser Bürger wacht. Der Sinn dieser Überwachung (Polizei und Justiz) ist die Simple Erkenntnis das sich der einzelne in der Praxis an diese Gesetze nur dann gebunden fühlt wenn ihm eine “höhere” Macht garantiert das man nicht der einzige “dumme” ist der sich an sie hält. Klar ist auch nicht jedes Gesetz ist für jeden Vorteilhaft. Was dem einen Schutz bietet (z.B. Mindestlohn) wird dem anderen (Unternehmer) eher weniger gefallen dafür wird dieser andere sich in einem anderen Gesetzt (Schutz des Eigentums) wiederum eher finden. Das ist sozusagen ein “deal” zwischen allen aus dem man sich als einzelner die “Rosinen” nicht einfach raus picken kann. Schaut man sich aber mal die Einstellung der einzelnen zu ihrem Staat in den letzten 20 – 30 Jahren an dann kann man eine zunehmende Tendenz zu genau dieser Einstellung (ich such mir raus was mir gefällt und ignoriere den Rest) feststellen. Staat ist halt “Scheiße” außer er garantiert mir gerade Wahlweise mein Bafög / Hartz IV / Banken Bailout / Standortförderung etc. Wer die Ursachen dafür in einer neoliberalen Ideologie (minimaler Staat) auf der einen und praktischem Egoismus (am Ende will man doch den Arsch gerettet bekommen) sieht wird nicht ganz falsch liegen.

    Richtig spannend wird es aber wenn man beides also neuen Egoismus und das Internet Kurzschließt und das exemplarisch am Recht festmacht.

    Rechtsfreier Raum Internet das hieß bisher (neben all den positiven Dingen über die es keine Streit gibt und die ich deswegen hier auch mal außen vor lasse weil wo kein Streit da bedarf es auch keines Rechts) zum einem:

    für die Überwältigende Mehrheit der Bürger kostenlos digitalisierbare Inhalte Musik / Filme etc Umsonst sowie nach Lust und Laune “Dampf” ablassen auch jenseits der Grenzen bei denen einen im “Realen” leben die Verleumdungsklage droht. Nicht jeder hat dieser Freiheit genutzt aber es war schon toll sie wenigstens theoretisch zu haben und entsprechend Vehement wurde und wird sie auch von fast allen verteidigt.

    für eine ganz kleine Minderheit von Menschen öffentliche Erniedrigung ohne die Möglichkeit sich wirksam zu wehren und für eine zweite ebenfalls winzig kleine Gruppe (die Erfinder digitalsierbarer Waren) Diebstahl ihres Eigentums.

    Anders ausgedrückt: Für die Überwältigende Mehrheit der Menschen war ein rechtsfreies Netz bisher von Vorteil und entsprechend war ihnen der Kollateralschaden auch herzhaft egal. Schmerzen die man nicht spürt kennt man nicht. IHR Arbeitsplatz, IHR Leben war (zumindest gefühlt) bisher nicht in Gefahr..

    Ein wesentlicher Grund warum die Mehrheit der Menschen diesen rechtsfreien Raum bisher nicht als Bedrohung gesehen hat war das es ein technische Grenze gab die sicherstelle das nur ein kleine Gruppe existentielle Nachteile hatte war die Digitalisierbarkeit.

    Es gibt nämlich nicht EIN Internet sondern sozusagen zwei und das kommt so:

    De facto hat das Internet vor allem zwei Funktionen eine soziale und eine ökonomische (und unterscheidet sich damit nicht wesentlich von einem Staat). Mit unserem Recht verhält es sich ganz ähnlich es regelt sowohl soziale als auch ökonomische Vorgänge. Konkret heißt das dann:

    Kommunikation ist ein sozialer Vorgang. In der Praxis haben wir z.B. ein Recht auf freie Rede ABER dieses recht unterliegt durchaus bestimmten Grenzen (z.b. Verleumdung). Sind wir der Meinung diese wurden überschritten können wir unser Recht einklagen und alleine diese Möglichkeit verhindert schon die meisten Rechtsüberschreitungen. Ein Recht sinnvoll einklagen kann man aber nur wenn es nicht nur einen Kläger sondern auch eine Angeklagten gibt und das setzt voraus wir ihn kennen oder er lässt sich mit einem im Verhältnis zur Sache Vertretbaren Aufwand feststellen. Genau daran mangelt es aber im Internet und folglich ist es in der Praxis auch ein mehr oder weniger Rechtsfreier Raum was soziale Fragen angeht. Wir haben gelernt damit zu leben was nichts anderes heißt als das die überwältigende Mehrheit der Nutzer sich selbst nicht als Opfer in diesem „Raum“ dieser „Sphäre“ sehen kann und deswegen keine Regulierung will sondern Anonymität. Ob das der Minderheit der Opfer dieses Systems gerecht wird ist eine andere Frage. Eine wirklich halbwegs gerechte Ordnung ist nie nur der Schutz von Mehrheitsrechten sondern eben gerade auch der Schutz von Minderheiten und Schwachen und muss sich daran messen lassen.

    Kommt der ökonomische Aspekt ins Spiel sieht die Sache allerdings ganz anders aus. Wir alle sind nämlich existenziell davon abhängig Geld zu verdienen: Verleumdung ist eine Sachen aber Verhungern ist eine ganz andere die uns wesentlich härter trifft. Entsprechend ernst nehmen die meisten Menschen auch den Schutz der ökonomischen Sphäre. Wir wollen Rechtsicherheit was Eigentum und Handel angeht weil wir teil des ökonomischen Systems sind und unsere Existenz sichern wollen. Wie verträgt sich das mit einem Internet in dem der Staat praktisch kein Recht wirklich garantieren kann? Ganz einfach in dem ein zweites oder vielmehr viele weitere Internets erfunden wurden. Das Amazon Internet. Das Ebay Internet. Das TUI Internet usw. Die Eintrittskarte zu diesen Internets ist unsere Kreditkarte und damit die Aufgabe unserer Anonymität. Mit der Aufgabe der Anonymität entsteht auch wieder so etwas wie klagbares Recht auf beiden Seiten und das ist notwendig für eine dauerhaft funktionierende Ökonomie.

    Leider funktioniert dieses zweite nicht anonyme Netz nur für nicht digitalisierbare Waren (das trifft aber immer noch auf den überwältigenden Teil der Waren die wir konsumieren zu). Der Zolando Schuh lässt sich eben nicht umsonst aus dem Netz laden und deswegen bin ich ja auch bereit meine Anonymität Preiszugeben wenn ich ihn im Netz bestelle. Ich hab schlicht keine Wahl. Bei digitalisierbaren Inhalten sieht das ganz anders aus ihr Wert in einem anonymen Netz geht gegen Null (den ich kann mir eine 1:1 Kopie umsonst runter laden ohne großen Verfolgungsdruck) warum sollte ich ihn also als kapitalistischer Konsument in einem zweiten nicht Anonymen Netz kaufen? Warum uns bisher diese offensichtlich himmelschreiende Ungerechtigkeit beim Handel von digitalisierbaren und nicht digitalisierbaren Inhalten nicht stört? Ganz einfach wir sind von ihr nur positiv betroffen. Wir sind eben überwiegend keine Künstler sondern Konsumenten. Unser Arbeitsplatz ist nicht gefährdet. Die überwältigende Mehrheit der Menschen verdient ihr Geld nach wie vor mit der Erstellung von Waren und Dienstleistungen die nicht digitalsier und beliebig vervielfältigbar sind. Werden wir doch mal ausnahmsweise zu „Künstlern“ (im Sinne von Erstellern Digitalsiebaren Waren) wenn zum Beispiel Instagram seine Benutzerregeln ändern will sehen wir die Sachen ganz schnell anders. Die Causa Instagram hat dabei nur eher zufällig die Aufmerksamkeit der Konsumenten digitalisierbarer Waren auf die Probleme der Ersteller digitalisierbarer Waren gerichtet weil sie in diesem Konkreten Fall plötzlich erkannt haben das sie selber zum Urheber wurden. Von ökonomisch existenzieller Bedeutung ist diese Urheberschaft für sie aber nicht.

    ABER die wirkliche Revolution die steht noch aus und sie heißt 3 D printing.

    Digitalisierbarkeit und beliebige Vervielfältigung im Sinne von 1:1 Kopien blieben bisher auf einen sehr sehr kleinen Teil der Ökonomie beschränkt. Mit 3D printing wird sich dies RADIKAL ändern. Es wird einen dramatischen Anstieg von Betroffenen geben also Menschen deren Arbeitsplatz und Existenz durch die Erstellung kostenloser 1:1 Kopien gefährdet werden. Für diese Menschen wird ein de facto rechtsfreies (weil anonymes Internet) rasant an Attraktivität verlieren.
    Das besondere an diesem Spiegel Artikel ist aber das sich hier ausnahmsweise mal geradezu exemplarisch die Problematik eines völlig rechtsfreien anonymen Internets als Konkurrierender Raum zum Staat auf allen Ebenen für die Zukunft darstellen lässt. Illegale 3D 1:1 Kopien von Waffenteilen aus dem Netz stellen eben nicht nur die Staatlich garantierte ökonomischen Ordnung in Frage (Bruch des Urheberrechts) sondern auch die soziale (Unregistrierte Waffen) und zwar ganz real und damit den Staat als solchen und die Idee von Recht. Der Rest ist zurück in die Steinzeit und Faustrecht und genau das ist auch bisher schon die Problematik des Internets in seiner jetzigen Form gewesen nur das der Kreis der Opfer dieses Systems bisher eben sehr klein gewesen ist.

    ist denn die grosse huerde fuer die mass nicht die bedienung von 3d programmen

    Auch wenn der Blog ist alt, so danke ich Ihnen für die Links, danke!

Kommentieren