• 7. März 2013 18:03
  • Sendung vom 09.03.2013, Sendungsüberblick
  • 5 Kommentare

Die digitale Gutenberggalaxis


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Allen technischen Revolutionen der letzten Jahre zum Trotz ist Lesen immer noch die schnellste Methode um Informationen in das menschliche Gehirn zu transferieren. Insofern ist es also eigentlich nur logisch, dass wir uns in der aktuellen Sendung, die genau zwischen Cebit und Leipziger Buchmesse liegt, mit einem der ältesten Datenträger überhaupt beschäftigen: Dem Buch.

Aber auch wenn es Bücher nach wie vor gibt: Die Entstehung, Bearbeitung und Konsumierung von Texten wird durch den digitalen Wandel nachhaltig beeinflusst.

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Autoren werden immer selbstständiger und könnten sich theoretisch ganz unabhängig von großen Verlagen machen, in dem sie ihre Bücher durch Crowdfunding finanzieren und die fertigen Werke mit Hilfe eines Onlineshops im Eigenverlag vertreiben. Allerdings entstehen natürlich auch neue Monopole und es stellt sich die Frage, ob man heute noch an der Marktmacht einer Firma wie Amazon vorbeikommt und ob neue Angebote wie Tolino überhaupt noch eine Chance haben.

Das Buch selbst ändert sich. E-Book-Reader und digitale Formate ermöglichen zusätzliche Inhalte und eine etwaige Anbindung an soziale Dienste schafft Interaktion zwischen Autor und Lesern, die sogar das eigentliche Werk beeinflussen können. Auf den ersten Blick vielleicht eine Bereicherung, die dem Leser einen zusätzlichen Mehrwert bietet. Es stellt sich aber die Frage, ob dadurch nicht die störungsfreie Auseinandersetzung mit dem Text verlorengeht und das die Arbeit von Autoren dadurch entwertet wird.

Ist der Online-Buchmarkt die Befreiung für unabhängige Schreiber? Oder wird durch digitale Formate ein unter großen Anstrengungen verfasster Text nur zum Trägermedium für belanglose Multimediashows? Fragen, die Philip Banse mit Buchmarktanalyst Leander Wattig (Blog, Twitter) und Crowd-Autor Dirk von Gehlen (Blog, Twitter) klärt. Es geht um nicht mehr und nicht weniger, als den Wandel des Autors vom „genialistischen Schöpfer zum Netzwerker“ (Dirk von Gehlen) und die sich wandelnde Beziehung der Textschaffenden zu ihren Verlagen und Lesern.

Links zum Thema:
Dirk von Gehlens Fazit zum Crowdfunding für ein eigenes Buch
Leander Wattigs Vortrag „Perspektiven für Verlage in der Filesharingwelt“

Bildquelle: [47/365] The Problem With Books von Ben Dodson unter einer by-nc-Lizenz.

Kommentare

    Also die einleitenden zwei Sätze finde ich etwas erheiternd. Da frag ich mich als erstes, wenn Lesen allen technischen Revolutionen zum Trotz immer noch die schnellste Form ist, sich wissen anzueignen, was wäre denn die Alternative? Wissenschips, die man ich in einen USB-Stöpsel ins Gehirn tut?

    Und besonders mag ich die Schlussfolgerung, die gezogen wird: Sich des-we-gen mit dem Buch zu beschäftigen ist schon ziemlich lustig, wenn man bedenkt, das 95% aller Inhalte im Netz Texte sind, die gelesen werden, dass alle Kern-Navigations-Technologien im Netz auf Text basieren und selbst ein Podcast wie dieser ohne Text nie zu irgendjemandem gelangen würde im Netz …

    Cebit UND Leipziger Buchmesse, sind da schon eher die angemessenen Anläße. :)

    Sorry für die Erbenszählerei! :)

    Ich weiß nicht genau worauf der Kommentar abziehlt, weil er genau die beiden Punkte enthält, auf die ich hinauswollte: 1.) Für etwas das schnellere Informationsaufnahme als Lesen ermöglicht, braucht es anscheinend echte Science Fiction. 2.) Alles was im Netz passiert, geschieht zum großen Teil (deswegen) lesend.

    Und daraus abgeleitet die Frage: Was bedeutet das für das Buch?

    Von daher scheinen genau die Menge Erbsen gezählt worden zu sein, die hier auf den Boden geworen wurden. Oder hab ich was missverstanden?

    […] für Medien und digitale Kultur im Deutschlandradio Kultur, eine Sendung zum Thema “Die digitale Gutenberggalaxis“. Darin sprach Philip Banse mit Dirk von Gehlen und mir über diese […]

    Wenn ich die Transkription dieser Audio brauchte, wie kann ich machen? Danke

    […] mit Dirk von Gehlen, Philip Banse und Leander Wattig: Die drei reden auf Deutschlandradio Kultur u. a. über die Entstehung von Literatur unter vernetzten Bedingungen, also beispielsweise die […]

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