Der Journalist als Seismograph

Entsteht eine neue Form von Journalismus?


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Der Coup von Wikileaks wurde in der öffentlichen Diskussion damit relativiert, dass die vermeintlichen “geheimen Dokumente” aus dem Afghanistan-Krieg bestimmten Institutionen bereits bekannt waren. Nur sind diese nicht an die Öffentlichkeit gelangt. Da ist sicher was dran. Denn oftmals liegen politisch relevante Daten aufgrund gesetzlicher Auskunftsspflichten völlig offen bei Behörden und auf Websites oder stecken in frei publizierten Geschäftsberichten. “Offene Geheimnisse” nennt dies der Journalist und Buchautor Malcolm Gladwell.  
An Wikileaks zeigt sich vor allem eines: Es entsteht eine neue Form des Journalismus, die vor allem die Aufgabe hat, aus einer Vielzahl an Dokumenten Zusammenhänge herzustellen, Geschichten zu erzählen. Welche Rolle spielt der Data Driven Journalism schon heute? Welche Aufgabe fällt künftig den Journalisten zu – die Auswahl, die Analyse, die Bewertung von Quellen? Welche Kenntnisse müssen Journalisten mitbringen, um dies zu bewerkstelligen? Sollten Journalisten programmieren können? Brauchen Sie eine Ausbildung, die sie zu mehr Analyse befähigt, als Ablösung des ”Bauchgefühls” und all dieser antiquierten Tugenden, die der Journalist bisher brauchte, um an große Geschichten zu gelangen?
Darüber reden wir mit dem Politikwissenschaftler Lorenz Matzat.
Foto: flickr.com, CC von Perrenque

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