• 19. Oktober 2012 21:10
  • Breitband², Sendung vom 20.10.2012
  • 10 Kommentare

Das visuelle Paralleluniversum

Warum YouTube besser ist als Fernsehen


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YouTube? War das nicht diese Müllhalde für trashige Pixelvideos und Katzencontent? Nein, die Zeiten vorbei. Längst hat sich die Plattform zu einem visuellen Paralleluniversum gemausert, das für die Mehrheit der jüngeren Zuschauer inzwischen das bessere Fernsehen ist. Bei Einschaltquoten, die in die Millionen gehen, ist es kaum verwunderlich, dass sich eine richtige Elite der Video-Blogger entwickelt hat – nebenbei bemerkt mit Monatsgehältern, die in der Spitze im fünfstelligen Bereich liegen.

Seit dem letzten Jahr lässt YouTube auch eigene Inhalte produzieren: 160 Kanäle zu Nischenthemen wie Kochen, Mode oder Sport gibt es inzwischen. Unter den zwölf deutschen Spartenkanälen, die Ende des Jahres auf Sendung gehen sollen, finden sich unter anderem Comedy und Gesundheits-Themen.

Aber die Video-Plattform bietet gegenüber dem Fernsehen auch einen Mehrwert. Die Vielfalt. Das immense Archiv (unter anderem von Fernsehbeiträgen!). Die eigenen Genres, die sich auf YouTube mittlerweile entwickelt haben, darunter „Let’s Play“: das Kommentieren von Video-Spielen durch die Gamer während des Zockens. Und ganz wichtig: Statt Redakteur gibt es die virale Kraft der Community.

Was ist die Faszination an YouTube? Was haben die Gamer damit zu tun? Wovon lebt YouTube? Und wie wird man Top-YouTuber mit einem Monatseinkommen von bis zu 60.000€? Wann übernimmt YouTube die Vorherrschaft auf der Mattscheibe? Und wann wächst das Paralleluniversum über die Mattscheibe hinaus?

Darüber sprechen wir mit dem Berater für Web-Videos Bertram Gugel und Christoph Krachten, YouTube-Produzent und eine der zentralen deutschen Protagonisten auf der Plattform.

 

Die neuen Folgen der Jungs von Y-Titty sind Schulhof-Gespräch:

 

 

Gronkh kommentiert sein Handeln in Video-Games und ist damit zum Let’s-Play-Helden avanciert:

 

 

Foto: cc by flickr/webtreats

 

Kommentare

    […] DRadio Wissen Online Talk (info) 14:05 Breitband – Youtube (info) 17:30 Jobscast 14 – Lehrer im Iran (info) 18:00 trackback (info) 21:00 Die Strömung […]

    Die Sendung blibe doch sehr an der Oberfläche. Die These, dass die interessanteren und zeitgemäßen Inhalte im Internet zu finden seien, ist schon deshalb naiv, weil diese Inhalte fast ausschließlich von professionellen Redakteuren in Fernsehen und Film produziert wurden und im Internet nur sichtbar werden. Auch wenn sich die Gesprächspartner noch so hip und internetaffin gaben – im Prinzip war das doch nur zeitgeistiges Mediengeblubbere von in die Jahre gekommenen Ex-Redakteuren unter Reproduktion der üblichen Klischees u.a. über das Privatfernsehen. Gerade die interessanten Serien-Formate laufen ja gerade bei denen (Vox, RTL, Sky etc.). Mit solchen Sendungen kann man zumindest für die Zukunft des öffenlich-rechtlichen Fernsehens allerdings schwarzsehen !

    Ich habe heute zufällig reingeschalten und die Sendung mit Gewinn gehört. Dankeschön, auch an Bertram Gugel, der mich im September schon mal mit einem Vortrag beeindruckt hatte.

    Die Sendung empfand ich ebenso wie Investor33 schildert. Oberflächliche und naive Gedanken zum Thema. Allerdings ist das Thema an sich auch sehr schwachbrüstig.
    Wo bleiben denn die visionären Themen, z. B. wie sehr sich digital-mediales mit dem Analogen oder der Realwelt / Wirtschaft verknüpft? (Es gibt ja noch etliche Themen, die ins Thema „digital Kultur“ passen.
    Aber in letzter Zeit wird oft nur ein wochenaktuelles Thema (quasi „Top-News aus heise“) aufgekritzelt, ein bißchen drum herum geschwätzt und ein paar Soundschnipsel aus online-Musiksites dazwischengestreut.

    Schade Breitband.

    […] Das visuelle Paralleluniversum Warum YouTube besser ist als Fernsehen YouTube? War das nicht diese Müllhalde für trashige Pixelvideos und Katzencontent? Nein, die Zeiten vorbei. Längst hat sich die Plattform zu einem visuellen Par… […]

    Ein breiter Einblick in die Communities bei Youtube. Gelungene Sendung

    Ein oberflächlicher Eindruck, aber was will man von einem mittlerweile so großem Universum auch schon erwarten. Angst macht mir die kommerzielle (Aus)Nutzung und der Gewinngedanke. In der Sendung wurde zu viel über Abrufe und Geld gesprochen.

    Der Zeitgeist findet doch immer bereitwillige Agenten, die die Realität nach Wunsch verbiegen. Hier einige Erinnerungen an diese.
    1. Fernsehen über Telefonleitung, „DSL“, ist die Zweckentfremdung (Fehlallokation) einer Netztopologie. Die Rechnung dafür wird der Netzgemeinde gerade präsentiert: zunehmende und zunehmend erfolgreiche Angriffe auf die Netzneutralität.
    2. Zeitversetztes Fernsehen ist seit Jahrzehnten ressourcenschonend, ohne Netzbeanspruchung, möglich: Videorekorder oder digital per Festplatte.
    3. Substanzielle, tendenziell öffentlich-rechtliche Inhalte sind auf Youtube nur in irrelevanten Spuren zu finden. Die eigenen Mediatheken dieser Sender enthalten ihrerseits nur einen jämmerlich kleinen Teil des Gesamtprogramms. Das ist politisch so gewollt (EU) und wird sich nicht bessern. Es gibt also keinen Ersatz für klassisches Fernsehen.
    4. Mediatheken- und viele Youtube-Inhalte unterliegen beträchtlichen Restriktionen: großenteils nicht speicherbar, willkürlich reduzierte Auflösung („Vollbild“ eines Flash-Videos füllt dann z.B. ein Viertel des Bildschirms), Ausschluß durch Geolokalisation.
    5. Daß sich das Fernsehen insgesamt zum Nullmedium (rück)entwickelt, ist unstrittig, hat aber u.a. institutionelle Gründe. Wann sich Youtube über den Status eines Nullmediums (wie oft auch immer aufgesucht) erhebt, bleibt abzuwarten.
    6. Ad personam: Ich habe seit 1981 mit Computern zu tun, bin also digitaler Ureinwohner. Ich habe (unter anderem Namen) einen Youtube-Kanal, der ohne die Umtriebe der Urheberrechtsmafia freilich noch etwas mehr enthielte.

    […] zu nehmenden Konkurrenz für das Fernsehen entwickelt. Bei DRadio hat man das ganze deshalb das “visuelle Paralleluniversum” […]

    […] bei Breitband: Das visuelle Paralleluniversum Der Youtube-Hit: Let’s Play Videos Als Video noch subversiv […]

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