• 19. Juli 2013 09:07
  • Sendung vom 20.07.2013, Sendungsüberblick
  • 2 Kommentare

Innenansichten aus der vierten Gewalt, Frauen als Coderinnen und trockene Politik heiß aufbereitet

Die Breitband-Themen am 20.07.2013


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Medien und Politik arbeiten sich an PRISM ab – und doch ist vieles noch unklar. Weil Recherchen zu Geheimdiensten überaus schwierig oder oft auch nahezu unmöglich sind, verlangt die Presse Aufklärung von ihrer eigenen Regierung. Doch diese mauert und deshalb verliert der Pressebetrieb langsam die Geduld mit Ministern und Kanzlerin.

Falk Steiner berichtet darüber für uns aus dem DRadio Hauptstadtstudio. Doch müssen sich die Medien – immerhin die vierte Gewalt – nicht auch an die eigene Nase fassen? Wie ernst nimmt die Politik Journalisten überhaupt noch? Und was hätten sie leisten müssen zur Aufdeckung und Verarbeitung der Überwachungs- und anderer Skandale? Darüber sprechen wir mit Tom Schimmeck, der seine Recherchen über das Zusammenspiel von Politik und Medien kürzlich in seinem Feature “Funkverkehr” verarbeitet hat.

In unserer Besprechung stellen wir zwei Studentinnen aus Stanford vor, die es sich zum Ziel gesetzt haben, Frauen zum Programmieren zu bringen. Während Frauen in anderen Wirtschaftszweigen zumehmend in Führungspositionen streben, sind sie in der westlichen (Technologie-)Welt deutlich unterrepräsentiert – doch warum? Ayna Agarwal und Ellora Israni geben uns Antwort.

Am Ende der Sendung wird es noch einmal politisch. Nur wenige Wochen vor der nächsten Bundestagswahl ist Matthias Finger auf die Suche gegangen nach neuen Netzformaten, die Kinder und Jugendliche fürs (politische) Weltgeschehen begeistern wollen.

Die Redaktion dieser Breitband-Ausgabe hat Anja Krieger. Die Netzmusik sucht Volker Tripp aus und an den Mics erwarten Sie Vera Linß und Marcus Richter.

Foto: flickr, CC von Elias Schwerdtfeger

Kommentare

    Es ist leider war, dass der klassische Journalismus als vierte Gewalt in Deutschland nicht mehr funktioniert.Etwas Nabelschau würde dem Deutschlandradio hier gut tun. Ich war neulich geradezu schockiert über einen Kommentar zu Edward Snowden, der (ja, man fokussiert sich auf ein Gesicht anstatt auf den politischen Gehalt) sich darin erging, Snowdon als naiven eitlen Selbstdarsteller zu disqualifizieren. Dabei ist es doch viel bedeutsamer als die politische Reife des Herrn Snowdon, zu betrachten, was der Mann mit seinem Vorstoß in Bewegung gebracht hat. Allein die Tatsache, dass durch ihn in Deutschland so kurz vor der Wahl die Kanzlerin und ihr Innenminister in ihrer geballten Inkometenz und Amerikahörigkeit entlarvt wurden, wäre ein Thema, dass sich aufdrängt. Aber weder der politische Gegner noch der Journalismus greift dies energisch genug auf. Dabei geht es hier um nicht weniger als den Ausverkauf verfassungsmäßiger Grundrechte.

    Ja, es gibt viele Journalisten, die morgens aufstehen und deren erster Gedanke ist, ich bin Journalist, also bin ich wichtig. Von solchen Leuten kann man natürlich nicht erwarten, dass sie auf die anmaßende Formulierung „Vierte Gewalt“ verzichten.

    Dieser Begriff leitet sich ab von der Staatsgewalt, der Ausübung hoheitlicher Macht. In der klassischen Gewaltenteilung gibt es die gesetzgebende Gewalt, die ausführende Gewalt und die richterliche Gewalt.

    Eine journalistische Gewalt als hoheitlichen Akt gibt es in einem demokratischen System nicht.

    Also liebe Journalisten, macht euch nicht wichtig mit dem Schwadronieren über eine angebliche „Vierte Gewalt“, sondern liefert einfach gute Arbeit bei der Kontrolle der drei Gewalten und anderer Akteure ab. Dann wird man euch auch ernst nehmen, ohne dass ihr euch selbst zu einer Gewalt erhöhen müsst.

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