- 27. November 2010 16:11
- Sendung vom 27.11.2010, Sendungsüberblick
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Indect, Kinect, Datablog, Internet-Eyes und Witch-House
Breitband vom 27.11.2010
Computer verstehen immer mehr von Bilder, Daten und Zusammenhängen – und darum gehts diesen Samstag in Breitband:
INDECT (zu Deutsch in etwa: “Intelligentes Informationssystem zur Unterstützung von Überwachung, Suche und Entdeckung für die Sicherheit von Bürgern in städtischer Umgebung”) ist ein Forschungsprojekt der Europäischen Union, das viele vorhandenden Überwachungstechnologien zu einem gebündelten, intelligenten Überwachungsinstrument kombinieren möchte. Eine Polizei-Cloud, die z.B. anhand von Überwachungskameras automatisch auswertet, wo Gefahren bestehen könnten – das Ziel der umfangreichen Forschung und Experimente? Wie funktioniert, was will INDECT und verstößt eine digitale Vernetzung aller Polizei-Erkenntnisse gegen Datenschutz und Privatsphäre? Sonja Bettel hat die verfügbaren Quellen zum Überwachungs-Forschungsprojekt zusammengetragen – und Kollege Philip Banse mit dem INDECT-Kenner Dr. Ian Brown, vom Internet Insitute der University of Oxford gesprochen.
Zwar ungleich kleiner, aber strukturell ähnlich und bereits im Einsatz ist die Internet Eyes Community, eine britische Website, mit der man bequem von zu Hause Punkte sammeln und Geld verdienen kann: indem man per gestreamter Videoüberwachung Geschäfte überwacht und Ladendiebe aufspürt.
“Bilderkennung, knapp vorbei am Computerspiel”, das ist auch, was Hacker mit dem Kinect-Sensor anstellen. Diese 3D-Webcam ist eigentlich eine Ergänzung für Microsofts Xbox360-Spielkonsole, sie erfasst die Bewegungen von bis zu zwei Personen und setzt sie direkt in Computerspiele um, macht also den Körper zum Joystick. Der Sensor könnte sich aber ganz jenseits von Spielen zum Standardwerkzeug für Künstler, Bastler und Forscher entwickeln – was die besten Projekte sind und wieso Microsoft darüber erfreut sein muss, das erklärt Kollege Moritz Metz.
Außerdem: Ein Portrait des “Datablog“, der Datenjournalismus-Plattform der britischen Tageszeitung The Guardian. Wie bei INDECT werden hier Datenberge gesammelt und analysiert, jedoch statt Kamerabildern vermeintlicher Terroristen eher journalistisch relevante Themen wie die britische Staatsverschuldung seit 1959 oder die Ausgaben der Mitglieder des House of Lords.
All das und mehr am Samstag ab 14:05 im Deutschlandradio Kultur. Mit Markus Heidmeier und Mikrofon und Vivian Perkovic an der Netzmusik. Diese kommt diesmal mit besonders unheimlichen Stücken, zum Beispiel dem neuen Musikgenre “Witch House”.
Grafik: Collage aus:
Surveillance camera / Corey Burger @ flickr // CC-BY-SA
Swine Flu Deaths / Jer Thorp @ flickr // CC-BY
Logo Internet-Eye Project
Microsoft Kinect Pressebild
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Kommentare
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[...] Ob Computer immer mehr von Bilder, Daten und Zusammenhängen verstehen ist auch in der Forschung fraglich. Das Projekt Indect meint ja und entwirft mit viel Geld eine beänstigende Überwachungsmaschine. Dradio fragt noch einmal nach und stellt auch andere Projekte rund um den Computer und das Thema Daten vor – in der Sendung Breitband vom 27.11.2010: Indect, Kinect, Datablog, Internet-Eyes und Witch-House [...]